Warum die meisten Verkäufer zu spät anfangen
Der typische Ablauf: Der Entschluss reift, der Treuhänder wird gefragt, ein Broker beauftragt – und dann verkauft man den heutigen Zustand. Alles, was ein Käufer in der Due Diligence findet, wird zum Preisabschlag oder zur Earn-Out-Klausel: die Abhängigkeit vom Inhaber, das Klumpenrisiko beim grössten Kunden, die vermischten Privataufwände. Dabei ist fast jeder dieser Abschläge in 12–24 Monaten behebbar. Wer den Fahrplan rückwärts vom Verkaufstermin plant, verhandelt am Ende aus der Stärke.
Wo Sie heute stehen, zeigt der Verkaufsfähigkeits-Check in fünf Minuten.
Monate 0–3: Standortbestimmung und Weichenstellung
- Wertlücke beziffern: Was ist die Firma heute wert, was könnte sie wert sein? Eine ehrliche Bewertung (Methoden und Fallstricke) plus die Analyse, welche Abschläge ein Käufer machen würde – daraus entsteht die priorisierte Hebel-Liste.
- Steuerstruktur klären: Mit dem Treuhänder, jetzt und nicht später. Der steuerfreie Kapitalgewinn beim Aktienverkauf aus dem Privatvermögen ist der grosse Schweizer Vorteil – aber Umwandlungen (z. B. Einzelfirma zu AG) lösen eine 5-Jahres-Sperrfrist aus. Wer hier zu spät plant, verschenkt sechsstellige Beträge ans Steueramt.
- Zahlenfundament legen: Monatliches Reporting aufsetzen, Privates von Geschäftlichem trennen, das EBITDA sauber normalisieren. Alles Weitere baut darauf auf.
Monate 3–18: Die Werthebel umsetzen
Das Herzstück – hier entsteht der Mehrwert. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Standortbestimmung, die Kandidaten sind fast immer dieselben fünf Werthebel:
- Inhaberabhängigkeit abbauen – der grösste Einzelabschlag (0.5–2.0 Multiple-Punkte): Prozesse dokumentieren und automatisieren, zweite Ebene befähigen, Kundenbeziehungen übertragen.
- EBITDA steigern: Admin und Doppelerfassung automatisieren, Offert-Nachverfolgung und Mahnwesen systematisieren – bei Schweizer Lohnkosten der schnellste Ertragshebel, und jeder Franken zählt beim Verkauf vier- bis achtfach.
- Umsatzqualität verbessern: Wiederkehrende Erträge ausbauen, Kundenkonzentration senken, Neukundengewinnung systematisieren – Käufer zahlen für Planbarkeit.
Monate 18–24: DD-Readiness und Prozessstart
- Datenraum vorbereiten: Abschlüsse, Verträge, Personal- und IT-Dokumentation – komplett und geordnet, bevor der erste Käufer fragt. 07 · Die Checkliste dafür steht hier →
- Equity Story schärfen: Warum ist diese Firma für wen wertvoll? Die Antwort entscheidet, welche Käufergruppe man anspricht – und die Käufergruppe entscheidet über den Multiple.
- Jetzt den Prozess wählen: Broker, M&A-Boutique, Direktansprache oder familieninterne Lösung. Erst an diesem Punkt lohnt sich das Mandat – mit einer Firma, die der Prüfung standhält.
Ausgangslage: CHF 600'000 EBITDA, inhabergeprägt, ein Grosskunde bei 35% – realistische Bewertung 4.5x = CHF 2.7 Mio.
Nach 24 Monaten: EBITDA CHF 720'000 (Automatisierung, Preisdisziplin), Grosskunde unter 25%, Betrieb läuft ohne Inhaber – Bewertung 5.5x = CHF 4.0 Mio.
+ CHF 1.3 Mio., steuerfrei beim Aktienverkauf aus dem Privatvermögen. Kein anderes Projekt in Ihrem Unternehmerleben verzinst sich so.
Das Verkaufsbereit-Programm
Dieser Fahrplan ist bei mir ein eigenes Format – kein offenes Beratungsmandat, sondern ein Programm mit Endpunkt:
- Einstieg: Standortbestimmung zum Fixpreis (ab CHF 6'000, 2–4 Wochen). Wertlücke beziffert, Hebel priorisiert, Programmvorschlag auf einer Seite. Danach entscheiden Sie: weiterfahren oder mit dem Resultat selbst arbeiten – beides ist ein sauberer Abschluss.
- Das Programm: 12–24 Monate, ab CHF 3'500 pro Monat. Strukturiert entlang der drei Phasen oben, mit Quartals-Meilensteinen: Sie sehen jederzeit, wo Sie auf dem Weg zur verkaufsbereiten Firma stehen und was jeder Meilenstein in Franken wert ist.
- Klarer Endpunkt. Das Programm endet, wenn die Firma DD-ready ist und der Verkaufsprozess starten kann. Ich übernehme kein Verkaufsmandat – ab hier übernehmen Ihr M&A-Berater und Ihr Treuhänder, mit einer Firma, die der Prüfung standhält.