Warum die Schweiz ein gutes Jagdrevier ist
Das Search-Fund-Profil – etabliert, profitabel, wiederkehrende Erträge, Nachfolgesituation – trifft in der Schweiz auf einen aussergewöhnlich tiefen Teich: Über 90'000 KMU haben laut Dun & Bradstreet (2025) keine geregelte Nachfolge, und externe Übernahmen sind längst der Normalfall – laut der UBS/HSG-Nachfolgestudie 2026 planen über 60% der Inhaber eine familienexterne Lösung. Dazu kommt ein weicher Faktor, den Searcher unterschätzen: Viele Schweizer Inhaber verkaufen lieber an eine engagierte Einzelperson, die den Betrieb weiterführt, als an einen Konzern oder einen reinen Finanzinvestor. Der Searcher-Pitch «Ich führe Ihr Lebenswerk persönlich weiter» ist hier kein Marketing – er ist oft das entscheidende Argument.
Der blinde Fleck des Modells: Tag 1
Die Search-Fund-Literatur endet fast immer beim Closing. Danach steht ein Unternehmer, der 1–2 Jahre lang gesucht, analysiert und verhandelt hat, zum ersten Mal in operativer Verantwortung – in einer Firma, die er von aussen kennt, mit einer Belegschaft, die ihn nicht kennt, einer Akquisitionsfinanzierung, die ab Monat 1 bedient werden will, und einem Investoren-Board, das Fortschritt sehen möchte. Die typischen Muster des Scheiterns sind bei Search Funds dieselben wie bei jedem MBI: zu schnelle Umbauten, vernachlässigte Liquidität, fehlende Zahlentransparenz.
- Die ersten 100 Tage folgen demselben Fahrplan wie jede Übernahme – Vertrauen, Cash, Zahlenfundament, dann erst Veränderung. 08 · Der Plan im Detail →
- Der Value Creation Plan ist beim Search Fund keine Kür, sondern das Dokument, an dem das Board Sie misst: zwei bis drei Hebel, in Franken, mit Terminen. 09 · Die Methodik auf KMU-Grösse →
- Das Investoren-Reporting unterscheidet den Search Fund vom klassischen MBI: Monats- oder Quartals-Updates mit KPIs und Initiativen-Fortschritt. Automatisiert aufgesetzt kostet es Stunden statt Tage – 11 · wie, steht hier →
Typischer Schweizer Deal: CHF 1.2 Mio. EBITDA zum 5-fachen = CHF 6 Mio., finanziert aus Investoren-Eigenkapital, Bankkredit und Verkäuferdarlehen.
Der Unterschied zwischen «Betrieb verwalten» (EBITDA stabil) und «Value Creation Plan umsetzen» (EBITDA nach 4 Jahren CHF 1.7 Mio., besserer Multiple dank Systemen statt Inhaberwissen) liegt beim Exit schnell bei CHF 3–4 Mio. Equity-Wert – der Grossteil davon dem Searcher und seinen Investoren.
Wo ich hineinpasse
Search-Fund-Unternehmer haben Investoren für Kapital und strategischen Rat – aber selten jemanden, der die operative Umsetzung im Betrieb baut. Genau das ist meine Rolle: das Zahlenfundament und Investoren-Reporting in den ersten Wochen, die Automatisierung der grössten Prozesshebel, der Aufbau eines messbaren Vertriebs. Ich habe bei Partners Group die Investorenseite gesehen, als Startup-CFO die Unternehmensseite geführt – und ich setze selbst um, statt Empfehlungen zu schreiben. Für Searcher in der Due-Diligence-Phase auch gerne früher: Ein Blick auf Zahlen und Prozesse des Targets aus der Umsetzerperspektive schärft den Value Creation Plan, bevor Sie den Preis fixieren.