Drei Adressaten, ein Zahlenwerk
- Die Bank: Zwischenzahlen in vereinbarter Frequenz, Jahresabschluss fristgerecht, Covenant-Kennzahlen (typisch: Nettoverschuldung zu EBITDA, Eigenmittelquote). Wer proaktiv und pünktlich liefert, baut das Vertrauen auf, das bei der nächsten Investition oder einer Covenant-Diskussion den Unterschied macht.
- Der Verkäufer: Bei Verkäuferdarlehen und Earn-Out-Klauseln – beides in der Schweiz übliche Finanzierungsbausteine – hat auch der Vorgänger vertragliche Informationsrechte. Saubere Zahlen verhindern hier Streit, der teurer wird als jedes Reporting.
- Sie selbst: der wichtigste Adressat. Ohne aktuelle Zahlen merken Sie erst nach Monaten, dass eine Sparte die Marge nicht trägt oder die Liquidität auf eine Wand zuläuft – mit einer Kaufpreisfinanzierung im Rücken ist das keine Unschärfe, sondern ein Existenzrisiko.
Der Aufbau: eine Seite pro Monat, automatisch
Das KMU-Reporting, das diese drei Adressaten bedient, passt auf eine Seite:
- Umsatz und Auftragseingang gegen Vorjahr und Budget – der Auftragseingang ist Ihr Frühindikator.
- Rohmarge und EBITDA – monatlich, mit sauberen Abgrenzungen, sonst sind die Zahlen Rauschen.
- Liquidität heute plus 13-Wochen-Vorschau – die Kennzahl, die mit Akquisitionsfinanzierung über allem steht.
- Debitoren mit Altersstruktur – wo Ihr Geld bei Kunden liegt, und der direkte Draht zum Mahnwesen.
- Covenant-Kennzahlen – dieselbe Formel wie im Kreditvertrag, jeden Monat, nicht erst zum Stichtag.
Entscheidend ist das Wort automatisch: Der Report muss am 5. Arbeitstag aus Buchhaltung und Vorsystemen entstehen – nicht aus zwei Tagen Excel-Frondienst, die nach drei Monaten der Realität zum Opfer fallen. Genau solche Reporting-Strecken und Dashboards baue ich; ein Beispiel aus der Praxis steht bei den Projekten auf der Startseite.
Kurzfristig: Sie führen mit Fakten statt geerbtem Bauchgefühl, und die Bank behandelt Sie als Profi.
Langfristig: Ein etabliertes, automatisiertes Reporting ist beim nächsten Eigentümerwechsel – Ihrem Exit – bares Geld. Käufer zahlen für Firmen, deren Zahlen sie verstehen; das ist derselbe Effekt, der auf der Verkäuferseite den Multiple hebt.
Covenants: das Frühwarnsystem ernst nehmen
Eine Covenant-Verletzung trifft KMU-Käufer selten aus heiterem Himmel – sie kündigt sich Quartale im Voraus an, wenn man die Kennzahl monatlich rechnet. Dann lässt sich gegensteuern (Working Capital freisetzen, Investition schieben) oder frühzeitig mit der Bank reden. Banken reagieren bemerkenswert konstruktiv auf Kreditnehmer, die mit einem Plan kommen, bevor die Zahl reisst – und bemerkenswert ungnädig auf Überraschungen im Jahresabschluss.